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4 + 1 mit Steffen Fischer: Männermythos entzaubert

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mit einer neuen und frischen Idee startet das Museum Villa Haiss. In einer Gruppenausstellung werden fünf Künstler vorgestellt.

Mehr als einen Blick wert ist die Exposition des Dresdner Künstlers Steffen Fischer. Sozusagen als Gegenpol zu den Arbeiten dreier Künstler aus Korea ergänzt er die 4+1-Ausstellung in der Villa Haiss in Zell. Fischer greift in verschiedenen Blickwinkeln den Mythos...

mit einer neuen und frischen Idee startet das Museum Villa Haiss. In einer Gruppenausstellung werden fünf Künstler vorgestellt.

Mehr als einen Blick wert ist die Exposition des Dresdner Künstlers Steffen Fischer. Sozusagen als Gegenpol zu den Arbeiten dreier Künstler aus Korea ergänzt er die 4+1-Ausstellung in der Villa Haiss in Zell. Fischer greift in verschiedenen Blickwinkeln den Mythos „Leda und der Schwan“ auf – ironisch, karikierend und aufdeckend.

Als typischen „Männermythos“ bezeichnet Steffen Fischer die uralte Geschichte, in der sich Göttervater Zeus in einen Schwan verwandelt, um die schöne Leda zu verführen. Diese bringt (verkürzt erzählt) ein göttliches Ei zur Welt. Das Bild, in dem Leda sich dem Schwan unterwirft und hingibt, hat über Jahrhunderte Künstler inspiriert – eine „Männermachts- und Unterwerfungsphantasie“ urteilt Fischer.

Diesen Blick auf die „Urfrau“ Leda weist der Künstler entschieden zurück. Er beruft sich dabei auf eine ältere Version aus der griechischen Mythologie. So geschichtsbezogen muss es aber der Betrachter der Bilder nicht sehen. Es ist offensichtlich: hier zeigt sich eine emanzipierte, feministische Leda, die ihren Schwan absolut unter Kontrolle hat.

Auf Fischers Bildern erscheint Leda als stolze Amazone reitend auf einem mit letzter Kraft nach Luft schnappenden Schwan. Dieser Schwan hat schon kräftig Federn gelassen. Oder sie hat ihn als Domina gerade richtig in ihrer Gewalt. Das Ei, das sie legt, ist aus Blei – also wertlos. Leda unterwirft mit Lust den Macho, der sich für unbesiegbar und unwiderstehlich hielt.

Die erotisch-frivolen Arbeiten Fischers zaubern nicht nur männlichen Betrachtern ein Lächeln ins Gesicht – sein ironischer Umgang mit so genannten Machtpositionen gefällt auch den Frauen. Eine Sichtweise, die gerade heute aktuell ist – die starke Frau weiß, wie sie weiblich bleibt und wo sie ihre Reize einsetzt. Die griechische Mythologie des mächtigen Mannes wird als „Mythos“ entlarvt.

Zur Eröffnung der Ausstellung war Steffen Fischer persönlich gekommen. Viele Besucher nahmen gerne die Gelegenheit wahr, mit dem Künstler zu sprechen und sich über seine Arbeit zu unterhalten. Die Ausstellung im Museum Villa Haiss ist bis zum 29. August zu sehen, Öffnungszeiten Fr.- So., 14 bis 18 Uhr.




Das Besondere zeigt sich jedoch schon im Titel: „Vier + Eins“. In regelmäßigen Abständen werden die Werke eines der fünf Künstler ausgetauscht und durch die Arbeiten eines anderen ersetzt. So ist diese Kunstschau in ständiger Bewegung und bietet den Besuchern immer wieder neue Erlebnisse.
Den Beginn machen der Maler Normunds Braslins, dessen Portraits und Akte an den Stil Alter Meister erinnern; der vielfach ausgezeichnete Photograph Antanas Sutkus; der Maler und Grafiker Stefan Voigt; die Objektkünstlerin Petra Göhringer-Machleid sowie Joachim Hiller, für den die Eigenschaften des Materials und des Farbauftrags im Mittelpunkt stehen. So sind Werke verschiedenster Ausdrucksformen in der neuen Ausstellung vertreten.

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www.artbischoff.com

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